Sparen statt Shoppen: Verbraucher halten ihr Geld zusammen
NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Deutschen halten in Zeiten teurer Energie und einer unsicheren geopolitischen Lage ihr Geld zusammen: Das Konsumklima hat der neuesten Studie der Nürnberger Institute NIM und GfK zufolge im September einen herben Dämpfer erlitten. Die Sparneigung sei kräftig gestiegen, die Einkommenserwartungen seien gleichzeitig deutlich gesunken, teilten die Institute als Ergebnis ihrer monatlichen Erhebung mit. Auch die Anschaffungsneigung - also die Bereitschaft zu größeren Ausgaben - ging leicht zurück.
Laut einer am Freitag in Nürnberg veröffentlichten Studie der Forschungsinstitute ist der Indikator für das Konsumklima im Oktober überraschend deutlich auf minus 30,6 Punkte gesunken, von zuvor revidiert minus 26,8 Punkten. Analysten hatten im Schnitt nur minus 27,2 Punkten erwartet.
Die Erwartungen der Menschen bezüglich ihrer Einkommensaussichten erreichte den niedrigsten Wert seit April. "Die Mehrheit der Haushalte rechnet damit, dass die hohen Energiepreise ihre Kaufkraft verringern werden", sagte der NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl. "Folglich sind sie skeptischer, was die künftigen Einkommensaussichten für die nächsten zwölf Monate betrifft."
Die Sparneigung ging noch einmal sprunghaft nach oben und erreicht einen Wert, wie er seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr gemessen wurde. "Die hohen Energiepreise schüren die Verunsicherung unter den Verbrauchern und sorgen dafür, dass sie es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten zu sparen", analysieren die Konsumforscher.
Vor allem in Haushalten mit besserer finanzieller Ausstattung falle die Sparneigung höher aus. "Hier besteht offenbar das Bedürfnis, die Kaufkraftverluste, die durch die erhöhte Inflation beim Ersparten aufgetreten sind, durch zusätzliches Sparen zu kompensieren", heißt es in der Konsumklimastudie.
Positive Konjunkturerwartungen
Zumindest sind die Erwartungen der Bürger hinsichtlich der Konjunkturentwicklung etwas gestiegen - den fünften Monat in Folge. Dazu könnten auch die verbesserten Wachstumsprognosen der Wirtschaftsinstitute beigetragen haben.
Für die aktuelle Analyse wurden zwischen dem 3. und 14. September 2026 im Auftrag der EU-Kommission 2.000 Verbraucherinterviews geführt./dm/DP/jha
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