Aktien Frankfurt: Dax behauptet Gewinne nach US-Arbeitsmarktdaten
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger verdrängen am Freitag die zuletzt aufgekommen Zins- und Inflationssorgen. Daran änderten auch die Arbeitsmarktdaten aus den USA nichts, die am Nachmittag veröffentlicht wurden. Die Beschäftigung war in den Vereinigten Staaten im September deutlich schwächer gestiegen als erwartet, was die Zinserhöhungserwartungen nicht zusätzlich befeuerte.
Im Schlepptau der anziehenden US-Indikationen gelang dem Dax <DE0008469008> eine schnelle Rückkehr über die Marke von 25.000 Punkten, die am Vortag erstmals seit Juli wieder unterschritten worden war. Durch den Anstieg um 1,2 Prozent auf 25.232 Punkte konnte der Leitindex sein Wochenminus auf 0,7 Prozent reduzieren. Der MDax <DE0008467416> legte am Freitag zuletzt um 0,8 Prozent auf 30.491 Zähler zu.
Laut dem Marktbeobachter Timo Emden von Captrader nimmt der Jobbericht "Druck vom geldpolitischen Sorgenkessel". Auch am Anleihemarkt hat sich die Lage etwas beruhigt nach dem jüngsten Ausverkauf, den es vor allem bei französischen Staatsanleihen gegeben hatte. Förderlich waren nachgebende Ölpreise, weil ein Bericht Spekulationen hervorrief, dass europäische Länder die Freigabe strategischer Reserven erwägen. Die Inflation in der Eurozone überraschte am Morgen nicht groß.
Eine Stütze für den Dax waren wieder einmal die Aktien mit KI-Fantasie, darunter Infineon <DE0006231004>, Siemens Energy <DE000ENER6Y0> und Hochtief <DE0006070006> mit Anstiegen zwischen 1,9 und 5,7 Prozent. Die relative Stärke im Technologiesektor setzt sich fort, denn der europäische Branchenindex erreichte ein Hoch seit Juni. In den USA schnuppert der Nasdaq 100 <US6311011026> am Freitag an einem erneuten Rekord.
Nachrichtlich standen Sportartikelhersteller im Fokus, da ein enttäuschender Ausblick von Nike <US6541061031> den Kurs der Amerikaner in der US-Vorbörse mit mehr als acht Prozent unter Druck brachte. Die Aktien von Adidas <DE000A1EWWW0> und Puma <DE0006969603> wurden davon aber nur anfangs belastet, denn sie schafften es beide ins Plus. Laut einem Börsianer sind die Probleme bei Nike weitgehend hausgemacht.
Im MDax sackten die Kurs von Auto1 <DE000A2LQ884> und Kion <DE000KGX8881> jeweils nach Briefings vor Quartalsberichten ab. Für den Gebrauchtwagenhändler Auto1 senkte Marcus Diebel von JPMorgan seine Schätzungen wegen der Erkenntnis, dass das auf Skalierung ausgerichtete Geschäftsmodell den Gebrauchtwagenerwerb stärker gedämpft habe als gedacht.
Außerdem bewegten zwei Analystenkommentare: Aktien von Hensoldt <DE000HAG0005> hoben sich im MDax vom erholten Rüstungsumfeld mit einem Anstieg um 3,1 Prozent weiter positiv ab. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux sieht in dem Rüstungselektronik-Spezialisten eine Kaufchance nach der jüngsten Abwertung des Sektors.
Papiere der Commerzbank <DE000CBK1001> sackten dagegen um zwei Prozent ab, nachdem RBC sein positives Votum aufgab. Die Titel des Bankhauses waren damit in guter Branchengesellschaft, denn jene der Deutschen Bank verloren ähnlich stark. Geprägt von den Sorgen wegen des Anstiegs der Anleiherenditen blieb der ganze Sektor unter Druck./tih/jha/
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