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Goldpreis legt etwas zu - Entspannung an den Anleihemärkten stützt

LONDON (dpa-AFX) - Der Goldpreis hat am Freitag zugelegt. Am Mittag wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London bei 4.185 US-Dollar gehandelt. Das waren 1,28 Prozent mehr als am Vortag. Am Mittwoch war der Goldpreis noch bis auf 4.066 Dollar gesunken und erreichte so den niedrigsten Stand seit Anfang August.

Die zuletzt gesunkenen Renditen an den Anleihemärkten in Europa und den USA stützten den Goldpreis. Gold wirft keine Zinsen ab und profitiert von gesunkenen Marktzinsen. Verantwortlich für die Entwicklung war der Rückgang der Ölpreise, der Inflationserwartungen und Zinserhöhungserwartungen durch die Notenbanken dämpfte. Aussagen von US-Präsident Donald Trump drückten die Ölpreise. Nach Medienberichten über mögliche neue US-Angriffe auf iranische Ziele noch vor den Midterms-Wahlen hat Trump eine Wiederaufnahme von Militäreinsätzen dementiert.

"Die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen haben indes leicht nachgelassen", schreiben die Experten der Helaba. Für die EZB werde ein zusätzlicher Zinsschritt bis zum Jahresende nicht mehr vollständig eingepreist. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hatte am Donnerstag gesagt, dass man bei der Zinspolitik "maßvoll" vorgehen wolle. Auch in den USA hat die Erwartung an weitere Zinserhöhungen etwas nachgegeben.

Zudem entspannte sich die Lage an den europäischen Anleihemärkten. Vor allem in Frankreich gingen die Renditen deutlich zurück. Der französische Anleihenmarkt stand angesichts der Verschuldungsentwicklung und der politischen Instabilität zuletzt stark unter Druck. Am vergangenen Freitag war die Rendite zehnjähriger französischer Anleihen bis auf fast fünf Prozent gestiegen.

Commerzbank-Experte Carsten Fritsch verweist zudem auf die hohen Goldkäufe der chinesischen Notenbank (PBoC). Im September habe sie soviel gekauft, wie seit drei Jahren nicht. "Die PBoC dürfte das im September gesunkene Preisniveau genutzt haben, um die Goldbestände weiter aufzustocken", schreibt Fritsch in einem Kommentar. "Die Goldkäufe der PBoC sind ein wesentlicher Grund, weshalb der Goldpreis durch die gestiegenen Zinserwartungen nicht stärker unter Druck geraten ist."/jsl/stk/nas

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