Einnahmen aus Gewerbesteuer erreichen weiteren Rekordstand
WIESBADEN (dpa-AFX) - Mit Gewerbesteuer-Einnahmen von rund 76,4 Milliarden Euro haben die Gemeinden in Deutschland im Jahr 2025 einen Rekord erzielt. Nach einem Rückgang im ersten Corona-Jahr 2020 waren die Gewerbesteuereinnahmen bereits in den Jahren 2021 bis 2024 auf Höchststände seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991 gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Im Vorjahresvergleich betrug das Plus vergangenes Jahr 1,5 Prozent.
Die höchsten Anstiege verzeichneten Schleswig-Holstein und Saarland mit jeweils plus 13,0 Prozent sowie Hamburg mit plus 11,1 Prozent. Die Einnahmen stiegen insgesamt in elf Bundesländern an.
Fünf Bundesländer verzeichneten dagegen einen Rückgang: Bremen (minus 12,0 Prozent), Baden-Württemberg (minus 7,2 Prozent), Sachsen (minus 6,9 Prozent), Brandenburg (minus 6,8 Prozent) und Rheinland-Pfalz (mit minus 4,7 Prozent).
Minus 19,6 Prozent bei Grundsteuer A
Deutlich rückläufig waren die Einnahmen aus der Grundsteuer A, die auf das Vermögen der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe erhoben wird: Sie betrugen 0,3 Milliarden Euro, laut Bundesamt waren das 19,6 Prozent weniger als im Vorjahr.
Aus der Grundsteuer B, die auf Grundstücke außerhalb der Land- und Forstwirtschaft erhoben wird, nahmen die Gemeinden 15,8 Milliarden Euro ein, das war ein Plus von 0,7 Prozent.
Steuer auf baureife Grundstücke wenig genutzt
Die Möglichkeit, eine Grundsteuer C auf unbebaute baureife Grundstücke festzusetzen, haben den Angaben zufolge nur wenige Gemeinden genutzt: Die Einnahmen betrugen 5,8 Millionen Euro. In der Summe blieb das Aufkommen aus Grundsteuern aller Gemeinden gegenüber dem Vorjahr unverändert bei 16,1 Milliarden Euro.
Die Hebesätze zur Gewerbesteuer sowie zur Grundsteuer A, B und C entscheiden maßgeblich über die Höhe der Einnahmen. Im Jahr 2025 lag der durchschnittliche Hebesatz aller Gemeinden für die Gewerbesteuer bei 410 Prozent und damit einen Prozentpunkt über dem Vorjahreswert. Vorne lag hier Hamburg, hinten Brandenburg. Bei der Grundsteuer A stieg der durchschnittliche Hebesatz um 15 Prozentpunkte auf 377 Prozent.
Insgesamt erzielten die Gemeinden in Deutschland vergangenes Jahr Einnahmen aus den Realsteuern - das sind Grund- und Gewerbesteuer - von rund 92,5 Milliarden Euro. Dies bedeutet einen Anstieg im Vorjahresvergleich um 1,3 Prozent, wie das Bundesamt mitteilt./isa/DP/stk
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