Weniger Ziele von deutschen Flughäfen erreichbar
BERLIN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Passagiere können aktuell von deutschen Flughäfen deutlich weniger Ziele erreichen als im Jahr 2019. Auch die Zahl der angebotenen Flüge zu den verbliebenen Zielen hat sich deutlich verringert, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) für die einzelnen Standorte zusammengetragen hat.
Startpunkt für die Flaute war zunächst die Corona-Pandemie zu Jahresbeginn 2020 und darauffolgend die im europäischen Vergleich langsame Erholung des Flugverkehrs in Deutschland. Der BDL macht dafür die kräftig erhöhten Steuern und staatlichen Gebühren verantwortlich.
Dem Verband zufolge wurden 2019 aus Deutschland 1.678 Strecken mindestens einmal in der Woche bedient. Dabei wurden 1,7 Millionen Passagierflüge absolviert. Im laufenden Jahr werden es voraussichtlich 1.544 Strecken mit knapp 1,4 Millionen Flügen sein, erklärt der BDL anhand des Flugplans. 483 in dieser Zeit eingestellten Strecken stehen auch 349 neu eingerichtete gegenüber. Auf den weiterhin bestehenden Verbindungen wurden 370.000 Frequenzen abgesagt und 120.000 hinzugefügt.
Mehr Mittelmeer, weniger innerdeutsch
Besonders viel wurde bei den innerdeutschen Flügen gestrichen, die nicht als Zubringer in eines der Interkontinental-Drehkreuze Frankfurt oder München gingen. Hier wurden 55 Prozent der Strecken und 83 Prozent der Flüge eingestellt. Auch fehlen Verbindungen in europäische Metropolen wie Zürich oder Warschau, während touristische Ziele im Mittelmeerraum weniger betroffen seien. Durch den russischen Angriffskrieg mussten zudem alle Flüge nach Russland, Belarus und in die Ukraine eingestellt werden. Unverändert blieb im Großen und Ganzen das Interkontinentalangebot.
Mit einem interaktiven "Konnektivitätsatlas" zeigt der BDL die Veränderungen des Angebots an 26 deutschen Flughäfen. Hauptproblem für die Wirtschaftsräume sei die schwindende Qualität: "Wo früher Verbindungen in europäische Wirtschaftszentren bestanden, ist heute oft kein Angebot mehr vorhanden - oder das Angebot ist heute so gering, dass es für Geschäftsreisende auf vielen Strecken nicht mehr attraktiv ist", sagt BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang./ceb/DP/jha
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