KI treibt Nachfrage: Aixtron optimistisch für 2027
HERZOGENRATH (dpa-AFX) - Der Anlagenbauer für die Chipindustrie Aixtron <DE000A0WMPJ6> rechnet auch wegen des andauernden weltweiten Ausbaus von KI-Rechenkapazitäten mit einer weiterhin starken Nachfrage. Mit Blick auf das aktuelle Kundeninteresse dürfte das derzeit hohe Niveau des Auftragseingangs in den kommenden Quartalen hoch bleiben oder weiter steigen, teilte das im MDax <DE0008467416> notierte Unternehmen am Donnerstag zur Vorlage der endgültigen Resultate des dritten Quartals mit.
Rückenwind sieht die Aixtron-Führung um Chef Felix Grawert dabei "durch die Nachfrage nach Optoelektronik und zunehmend auch durch die sich verbessernde Dynamik in der Leistungselektronik." So baut Aixtron Anlagen zur Herstellung optoelektronischer Elektronikchips, die etwa für Laserkomponenten für die Datenübertragung benötigt werden. Diese Technik findet in KI-Rechenzentren immer stärkeren Einsatz, da traditionelle Kupferkabel in Sachen Geschwindigkeit und Effizienz zunehmend an ihre Grenzen stoßen.
Die Geschäfte mit solchen Maschinen liefen bereits in den vergangenen Quartalen gut, während sich Hersteller von Leistungshalbleitern, Micro-LEDs und LEDs mit Bestellungen zurückhielten. Mittlerweile sieht Aixtron aber auch Anzeichen einer Erholung im Bereich der Leistungshalbleiter.
"Optoelektronik machte im dritten Quartal rund 68 Prozent unseres Anlagenauftragseingangs aus und spiegelt die außergewöhnlich starke Nachfrage nach KI-getriebener optischer Konnektivität wider", sagte Grawert laut Mitteilung. "Gleichzeitig liefern steigende Kundenauslastungen, eine wieder anziehende Auftragsaktivität und Vorbereitungen für neue Kapazitäten zunehmend Hinweise auf eine Erholung der GaN- und SiC-Leistungselektronik." Daher rechnet er mit einem starken Wachstumsjahr 2027.
Damit scheint also etwas Schwung in die schon länger trägen Märkte für Leistungshalbleiter auf Basis von Galliumnitrid (GaN) und Siliziumkarbid (SiC) zu kommen. Solche Chips sind effizienter als herkömmliche Siliziumchips. Chipkonzerne hatten sich in dem Bereich in der jüngeren Vergangenheit allerdings mit Bestellungen zurückgehalten, auch da die Nachfrage nach E-Autos, Smartphones und Laptops teils trist war.
Wegen hoher Ölpreise sind Elektro-Pkw mittlerweile aber wieder stärker gefragt. Hinzu kommt Rückenwind, etwa durch die Einführung neuer, leistungsstärkerer 800-Volt-Architekturen für KI-Rechenzentren, die sowohl Chips aus Galliumnitrid (GaN) als auch Siliziumcarbid-Chips (SiC) benötigen.
Die bereits Mitte Oktober veröffentlichten vorläufigen Resultate des dritten Quartals bestätigte Aixtron, ebenso wie erneut den Jahresausblick für 2026./mis/stk
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