Pistorius will schnell Klarheit über Kampfjet-Kooperation
BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland lotet Bedingungen für einen Einstieg in das von Großbritannien und seinen Partnern angeführte Kampfflugzeug-Projekt GCAP aus. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem britischen Amtskollegen Wes Streeting in Berlin, er werde dazu in den nächsten zwei Wochen auch Gespräche mit Italien und Japan führen. Beide Länder sind mit Großbritannien an dem Entwicklungsprojekt für ein neues Kampfflugzeug beteiligt.
"Wir sind uns einig in der Bewertung, dass Zeit ein ganz kritisches Kriterium ist in dieser Frage", sagte Pistorius. Die Beteiligten wollten deswegen schnell klären, ob es eine dreierseits bestehende Bereitschaft gebe, Deutschland mit hineinzunehmen und was die Bedingungen dafür seien.
Briten machten im Oktober ein Angebot
Im Oktober hatte der britische Premierminister Andy Burnham Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfjets mit dem GCAP-Programm angeboten.
Das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS war in diesem Sommer gescheitert, weil sich beide Seiten nach jahrelangen Verhandlungen nicht einigen konnten. Seitdem läuft die Suche nach einer Alternative.
"Verhältnis ist so gut wie nie zuvor"
Streeting dankte der Bundesregierung für eine führende Rolle in der Nato. Für sein Land gebe es mit Deutschland eine der stärksten, engsten und verlässlichsten Freundschaften.
Pistorius sagte, vielen sei möglicherweise nicht bewusst, wie tiefgreifend sich die deutsch-britische Partnerschaft in den letzten Jahren weiterentwickelt habe. "Und deswegen sage ich sehr, sehr deutlich: Das deutsch-britische Verhältnis ist so gut wie nie zuvor", sagte er. "Wir sind in den vergangenen Jahren noch enger zusammengewachsen. Wir stehen Seite an Seite als zwei Nationen im Bündnis. Und das hat in diesen unruhigen Zeiten einen unschätzbaren Wert."/cn/DP/men
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