ROUNDUP: Rheinmetall senkt Prognose 2026 erneut - Aktie bricht vorbörslich ein
DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Rheinmetall <DE0007030009> hat die Prognosen für das laufende Jahr erneut gekappt. Wegen Verzögerungen im Projekt Arminius rund um die Modernisierung der Boxer-Panzerflotte der Bundeswehr könne 2026 nicht mehr mit dem entsprechenden Auftragseingang gerechnet werden, teilte Deutschlands größter Rüstungskonzern bereits am Mittwochabend in Düsseldorf mit. Außerdem sei im Geschäft mit Artilleriemunition absehbar, dass es zu Verzögerungen bei Losabnahmen kommen werde und sich Umsätze ins neue Jahr verschieben. Die Rheinmetall-Aktie brach daraufhin am Donnerstag zunächst ein.
Auf der Handelsplattform Tradegate büßten die Anteilsscheine vorbörslich im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch zeitweise rund neun Prozent ein und näherten sich damit der Marke von 900 Euro. Die Rheinmetall-Aktie hat im laufenden Jahr ohnehin schon mehr als ein Drittel an Wert verloren. Vom vor gut einem Jahr erreichten Rekordhoch bei 2.008 Euro hat sich der Kurs bis Mittwochabend bereits halbiert.
JPMorgan-Analyst David Perry erwartet auch im Haupthandel einen Kursrutsch, immerhin sei es die fünfte Umsatz- oder Gewinnwarnung von Rheinmetall innerhalb von elf Monaten. Obendrein seien die langfristigen Umsatzaussichten für einige Produkte zunehmend unklar. Perry hegt zudem zunehmend Zweifel an den Zielen für die zahlreichen Gemeinschaftsunternehmen, die seit etwa zwei Jahren avisiert wurden. Zwar sei Rheinmetalls Strategie nicht falsch, die bisherigen Ziele seien aber wohl unrealistisch.
Rheinmetall rechnet fürs laufende Jahr nun mit einem Anstieg des Umsatzes auf rund 13,2 Milliarden Euro im Vergleich zu 9,94 Milliarden ein Jahr zuvor. Zuletzt lag die nach dem Stopp des milliardenschweren F126-Fregattenprojekts bereits im August gesenkte Spanne bei 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro. Die operative Ergebnismarge soll jetzt statt rund 19 Prozent noch rund 18,5 Prozent betragen. Grund sei ein geänderter Produktmix des Jahresumsatzes.
Im dritten Quartal legte der Umsatz um fast ein Drittel auf 3,15 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis kletterte mit 62 Prozent auf 553 Millionen Euro noch stärker. Die operative Marge verbesserte sich von 14,8 auf 17,5 Prozent. Der Auftragseingang liege mit 2,893 Milliarden Euro auf einem "guten, wenn auch leicht niedrigerem Niveau", hieß es von Rheinmetall weiter./niw/jha/mne/zb
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