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ROUNDUP: Zulieferer Aumovio trotz Sparkurs weiter unter Druck - Aktie verliert

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Autozulieferer Aumovio <DE000AUM0V10> zehrt im schwachen Marktumfeld weiter von seinem Sparkurs. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging im dritten Quartal zwar um 10,5 Prozent auf 137 Millionen Euro zurück, wie das MDax-Unternehmen <DE0008467416> am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten aber mit noch stärkeren Einbußen gerechnet. Beim Umsatz musste Aumovio einen weiteren Dämpfer hinnehmen und unter dem Strich gab es erneut rote Zahlen. Immerhin zogen die Bestellungen deutlich an. Die Display-Sparte will Konzernchef Philipp von Hirschheydt derweil im Konzern behalten. Die Aktie schwankte und verlor zuletzt deutlich.

Das Papier gab gegen Mittag knapp vier Prozent auf 32,45 Euro nach. In diesem Jahr stehen damit Kursverluste von fast einem Viertel zu Buche. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte der ehemalige Mutterkonzern Continental <DE0005439004> den Autozulieferer abgespalten. Der Preis je Aktie wurde bei der Abspaltung auf 35 Euro festgesetzt. In den Wochen danach ging es bis fast 47 Euro nach oben. Seitdem ging es peu à peu nach unten. Größter Anteilseigner des mit derzeit etwas mehr als 3,2 Milliarden Euro bewerteten Unternehmens ist wie bei Continental die Familie Schaeffler. Diese hält 46 Prozent der Aktien.

Die Resultate seien gemischt ausgefallen, schrieb Analyst Harry Martin vom Analysehaus Bernstein. Bei Umsatz und Barmitteln habe Aumovio die Erwartungen verfehlt, beim operativen Ergebnis aber überzeugt. Zudem ziehe der Auftragseingang an. JPMorgan-Experte Jose Asumendi sprach von einem alles in allem guten Quartal.

Der Umsatz fiel um 12 Prozent auf knapp 4,0 Milliarden Euro. Die operative Marge erhöhte sich im Vorjahresvergleich leicht von 3,4 auf 3,5 Prozent. Unter dem Strich vergrößerte sich der Verlust von 19 auf 72 Millionen Euro. Unter anderem erhöhten sich sonstige Aufwendungen, und im Finanzergebnis fielen Belastungen aus der Währungsumrechnung an.

Auf Neunmonatssicht belastete die Beilegung eines Rechtsstreits mit BMW <DE0005190003> um gelieferte Bremsen aus dem Juli. Hierfür hatte Aumovio 350 Millionen Euro zugesagt, im gleichen Atemzug aber eine weitreichende neue Liefervereinbarung geschlossen. Die Ergebnisbelastung hatte Aumovio bereits ins zweite Quartal gebucht, im dritten und vierten Quartal fallen die Zahlungen dafür an.

Aumovio-Chef Philipp von Hirschheydt bestätigte die Jahresprognose. Der Auftragseingang verdoppelte sich im Quartal auf 6,4 Milliarden Euro. Allein die neue Liefervereinbarung mit BMW nach dem teuren Vergleich brachte Orders im Umfang von 1,4 Milliarden Euro. Aber auch die Sparte mit Sensoren und Netzwerktechnik im Auto überzeugte, wie von Hirschheydt im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX sagte.

"Wir haben einen guten Stand in der gesamten Architektur eines Autos", sagte er. "Wir sind da gut aufgestellt und in vielen Bereichen Weltmarktführer." So biete Aumovio den Herstellern auch Produkte an, mit denen sie Autos schneller entwickeln könnten.

Den Unternehmensbereich User Experience (UX) - vor allem Displays für den Auto-Innenraum - will von Hirschheydt nach einer Überprüfung im Konzern behalten. Technologisch habe man den Bereich komplett umgekrempelt, bei Head-up-Displays in der Windschutzscheibe sei Aumovio Innovator und Weltmarktführer, sagte er. Das Geschäft sei jetzt bei den Investitionen voll durchfinanziert und die Produktion in sogenannte "Best-Cost-Countries" verlagert - sprich in Billiglohnländer.

Die Sparte dürfte in den kommenden Jahren daher viel zum Cashflow beitragen, sagte von Hirschheydt. Die Frage bei den aufkommenden autonom fahrenden Autos sei auch: "Was machen die Leute dann eigentlich im Auto, wenn sie da drinnen sitzen?" Dafür sei das Geschäft mit Displays gut gerüstet.

Generell sieht der Manager Aumovio auch in der Krise der Branche gut aufgestellt: "Wenn der Markt wächst, dann geht der Spaß los. Ich glaube allerdings nicht, dass es 2027 damit was wird".

Vor einem Monat hatte Ex-Finanzchefin Jutta Dönges das Unternehmen verlassen. Von Hirschheydt hat innerhalb des Vorstands die Verantwortung für das Ressort, interimistisch leitet Aufsichtsratsmitglied Claus Bauer die Abteilung. Er war lange Jahre Finanzchef beim Autozulieferer Schaeffler. Große Eile habe man wegen der Erfahrung Bauers bei der Neubesetzung der Stelle im Management nicht, sagte von Hirschheydt. Innerhalb des kommenden Jahres solle aber eine Nachfolge gefunden sein./men/zb/stk

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