Deutsche Anleihen geben etwas nach
FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen sind am Montag im frühen Handel leicht gesunken. Nachdem sie mit der Aussicht auf eine steigende Inflation infolge hoher Ölpreise zeitweise etwas stärker unter Druck gestanden hatten, machten sie einen Teil der frühen Verluste wieder wett. Der richtungweisende Euro-Bund-Future <DE0009652644> verlor zuletzt nur geringfügig um 0,03 Prozent auf 125,09 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,06 Prozent.
"Der steigende Ölpreis belastet zu Handelsbeginn die Rentenmärkte und die Risiken für eine restriktivere EZB-Politik nehmen wieder zu", heißt es in einem Marktkommentar der Dekabank. Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump eine Seeblockade der Straße von Hormus angekündigt und damit einen Preissprung bei Rohöl ausgelöst.
Die US-Marine werde allen Schiffen die Einfahrt in die Straße von Hormus oder das Verlassen der Meerenge versperren, teile Trump auf der Plattform Truth Social mit. Nach Angaben des US-Militärs soll die Blockade um 16.00 MESZ beginnen. Die Durchfahrt von Schiffen, deren Ziel oder Startpunkt kein iranischer Hafen ist, werde demnach nicht beeinträchtigt.
Mit der klaren Niederlage der Partei von Viktor Orban bei den ungarischen Parlamentswahlen "bietet sich der EU die Chance auf ein geschlosseneres Auftreten", heißt es weiter in der Analyse der Dekabank. Das könnte mittelfristig zu sinkenden Risikoprämien für Anleihen aus der Eurozone führen.
Generell werden die bisherigen Marktreaktionen auf die erneute Eskalation der Lage im Nahen Osten und den Wahlausgang in Ungarn als eher moderat eingeschätzt. Im weiteren Handelsverlauf stehen kaum wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm, die dem Handel am deutschen Anleihenmarkt neue Impulse geben könnten./jkr/men