DAX - Erneuter Kursrücksetzer erwartet
Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bearish 60%

Heute beginnt mit den großen US-Banken die Berichtssaison für das dritte Quartal. Zwischen 12:00 und 13:30 Uhr legen JPMorgan, Goldman Sachs und Wells Fargo ihre Zahlen vor, dazu kommen Johnson & Johnson und UnitedHealth. Die Erwartungen an das Gesamtbild sind hoch, für die Unternehmen im S&P 500 wird ein Gewinnplus von rund 29,5 Prozent zum Vorjahr erwartet. Bei den Banken selbst ist die Lage weniger eindeutig. Analysten rechnen bei den fünf größten Investmenthäusern im dritten Quartal mit Handelserträgen von zusammen rund 38 Milliarden Dollar nach dem Rekordwert von 47 Milliarden Dollar im Vorquartal. Gestützt werden dürften die Ergebnisse dagegen vom Zinsgeschäft. David Chiaverini, Analyst bei Jefferies, erwartet Zinserträge im Rahmen oder leicht über den Prognosen, ein kräftiges Einlagenwachstum und eine stabile Kreditqualität. Am Nachmittag legt zudem der Internationale Währungsfonds seinen Weltwirtschaftsausblick vor.
Im Chart hat der DAX die Erholung vom Freitag fortgesetzt. Mit den Tiefs bei 24.825 Punkten am 1. Oktober und bei 24.789 Punkten am vergangenen Donnerstag hat sich ein Doppeltief herausgebildet, von dem aus der Index nun zwei Tage in Folge zugelegt hat. Zum Handelsschluss lag er bei 25.254 Punkten und damit knapp über dem 10er-EMA bei 25.235 Punkten, ohne diesen aber nachhaltig zu erobern. Zudem ging der DAX aufgrund des dünnen Handels und dem US-Feiertag Columbus Day mit einer sehr kleinen bearishen Tageskerze aus dem Handel. Der RSI(5) hat sich mit 52,59 über die Mittellinie geschoben. Die nächsten Hürden liegen bei 25.500 und 25.650 Punkten, an denen der Index seit Mitte September mehrfach gescheitert war, zuletzt am 6. Oktober bei gut 25.500 Punkten. Solange das Doppeltief hält, hat die Erholung eine Basis. Ein Rückfall unter 24.789 Punkte würde dieses Bild negieren. Der Montag selbst brachte dem DAX ein Plus von 0,8 Prozent auf 25.278 Punkte. Beim Ölpreis zeigte sich, wie unsicher die Lage ist. Brent gab am Morgen zunächst nach, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe für Energieanlagen im Ukraine-Krieg verkündet hatte, drehte im Tagesverlauf aber auf knapp 107 Dollar je Barrel ins Plus. Moskau hat die Vereinbarung nicht bestätigt, Kiew wirft Russland bereits einen Verstoß vor. Vor den Bankenzahlen kommen um 08:00 Uhr die endgültigen deutschen Verbraucherpreise für September, die vorläufige Schätzung lag bei 3,3 Prozent. Um 14:15 Uhr folgen die ADP-Daten zum US-Arbeitsmarkt und um 16:00 Uhr die anstehenden Hausverkäufe. BMW gibt einen Ausblick vor der Veröffentlichung seiner Quartalszahlen, Fraport meldet die Verkehrszahlen für September. Am Mittwoch folgen dann die US-Verbraucherpreise, für die eine Jahresrate von 3,6 Prozent nach 3,4 Prozent erwartet wird, sowie die Zahlen von ASML, Bank of America und Morgan Stanley.

Handelsmöglichkeiten
Der DAX hat am Donnerstag und Freitag ein zweites Standbein am 200er-EMA ausgebildet und ist in der Folge wieder nach oben abgedreht. Bisher tut sich der Leitindex aber erneut schwer den 10er-EMA nachhaltig zu überwinden. Es ist mit einem erneuten Rücklauf zu rechnen, gefolgt von einem erneuten Anstieg Richtung 50er-EMA.
Widerstände: 25.250 / 25.500 / 25.600 Punkte
Unterstützungen: 25.000 / 24.900 / 24.800 Punkte
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