DAX - Korrekturziel erreicht, up?
Trend-Perspektive und Wahrscheinlichkeit: DAX Bullish 60%

Der Donnerstag hat dem DAX die erste sichtbare Gegenwehr seit dem Rückfall vom Mittwoch gebracht. Nach einer Eröffnung bei 25.303 Punkten rutschte der Index bis auf 25.175 Punkte und kam damit dem Gap bei 25.130 Punkten bis auf 45 Punkte nahe, ohne es zu schließen. Oft werden Gaps aber auch nicht punktgenau geschlossen, so dass die Lage für den DAX nach unten bereits bereinigt sein könnte. Von dort drehte er nach oben und ging mit 25.390 Punkten etwas unter dem Tageshoch von 25.452 Punkten aus dem Handel. Der entscheidende Teil dieser Erholung fiel allerdings erst in die Abendstunden nach dem Xetra-Handel, im regulären Geschäft hatte der Index noch klar im Minus gelegen. Über dem 10er-EMA bei 25.536 Punkten steht der DAX damit weiterhin nicht, und der RSI(5) hat sich von 38,22 nur auf 40,43 erholt. Die Zone zwischen 25.300 und 25.400 Punkten ist zurückerobert, mehr aber auch nicht. S&P 500 und Nasdaq 100 zeigen sich stark, Russell 2000 und DAX sowie EuroStoxx 50 schwächer. Allerdings könnten weitere Stärkesignale im DAX die Lage ändern und auf einen nachhaltigen Boden hindeuten. Ebenso wie im Russell 2000 der nun genau den engen Zielbereich innerhalb des roten Korrekturrechtecks erreicht hat und hier wieder mit einer bulli-schen Tageskerze nach oben abgedreht ist.
Belastet hat erneut der Ölmarkt, und zwar in beide Richtungen innerhalb einer Sitzung. Zunächst warnte ein iranischer Regierungsvertreter vor einer Eskalation im Nahen Osten, was die Notierungen und mit ihnen die Anleiherenditen nach oben trieb. Dann meldete Reuters Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über den Zugang zur Straße von Hormus, was den Anstieg zunächst bremste, bevor die Preise im späten Handel wieder anzogen. Die guten Nachrichten aus Deutschland gingen dabei unter. Das Ifo-Geschäftsklima stieg um 1,1 auf 89,9 Punkte und übertraf die Erwartungen, und die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute verdoppelten in ihrer Herbstprognose die erwartete Wachstumsrate für dieses Jahr von 0,6 auf 1,3 Prozent. Das saisonale Herbstfenster im DAX, das seit gestern läuft und bis zum 14. November reicht, war in den vergangenen zehn Jahren neunmal positiv, im Durchschnitt mit 3,32 Prozent und im Median mit 3,18 Prozent. Der monatliche Gebert-Indikator, ein Modell für den deutschen Aktienmarkt, steht für September dagegen nur bei einem von vier Punkten und damit defensiv, und der Sechzehn-Wochen-Rhythmus führt die laufende Nachverfallswoche als neutral, stuft aber ausgerechnet die Wochen vom 19. bis 23. Oktober und vom 9. bis 13. November als schwach ein. Beide Schwächefenster liegen mitten im saisonal positiven Zeitraum. Der heutige Kalender ist überschaubar. Um 08:00 Uhr erscheint das GfK-Konsumklima für Deutschland, um 10:00 Uhr folgt die Geldmenge M3 für den Euroraum, und um 14:30 Uhr kommen aus den USA die Auftragseingänge für langlebige Güter, später am Tag noch die endgültige Lesung des Michigan-Konsumklimas und der Dienstleistungsindex der Kansas City Fed. In China und Südkorea ruht der Handel wegen Feiertagen, was die Umsätze dünner macht und Bewegungen verstärken kann. Damit bleibt der Ölpreis der bestimmende Faktor in den Wochenschluss hinein, zumal jede Schlagzeile aus den Gesprächen über die Straße von Hormus die Richtung binnen Minuten drehen kann.

Handelsmöglichkeiten
Der DAX pendelt weiterhin seitwärts und kann bisher keine stärkere Erholung durchführen. Die Kor-rektur dürfte sich noch etwas weiter hinziehen und könnte auch durchaus noch unter die Marke von 25.000 Punkten laufen.
Widerstände: 25.400 / 25.500 / 25.700 Punkte
Unterstützungen: 25.130 / 25.000 / 24.500 Punkte
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